3:8 – da wäre schon ein Punkt drin gewesen
(mei) Das klingt schon etwas vermessen, ja vielleicht gar absurd! Aber ganz so abwegig, wie sie klingt, ist die Aussage gar nicht. Denn gegen den Tabellenführer SG Lauterhofen/Sindlbach war die Zweite (SG HIP/TSV II/Eysölden) über größere Strecken durchaus ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Es stellt sich also die Frage, wieso man mit 3:8 unter die Räder kam. Die Antwort ist recht leicht: Der Tabellenführer hatte mit Sara Kölbl eine Spielerin in seinen Reihen, die die SG einfach nicht in den Griff bekam. Die Toptorjägerin der Kreisliga schoss fünf Tore selbst und legte zwei weitere auf.
Es ging früh los. Pass in die Tiefe, und Kölbl war allein durch und schob gegen die machtlose SG-Keeperin Nele ins rechte Eck – 0:1 (8.). Die SG, betreut von Sven Thomas, schlug aber bald zurück. Nach einem Antritt über rechts flankte Lina scharf vors Tor, wo Caro im zweiten Versuch zum 1:1 traf (15.). Das 1:2 legte unglücklicherweise die SG dann auch noch selbst vor. Ein schneller Ballverlust nach einem Freistoß in der eigenen Abwehr war die Ursache, Kölbl spazierte wieder allein auf Nele zu (19.). Den Unterschied zu Kölbls Mitspielerinnen sah man wenig später, als Cora Treike ebenfalls allein auf Nele zulief, die im Duell aber Sieger blieb (25.). Beim 1:3 war dann Kölbl ausnahmsweise mal nur Vorbereiterin, nach dem Pass in die Tiefe spielte sie nach innen, wo der erste Versuch von der SG-Abwehr noch geklärt werden konnte, beim anschließenden Lupfer von Treike SG-Keeperin Nele aber wieder machtlos war (32.). Kurz darauf eine umstrittene Situation. Alea nahm knapp vor dem gegnerischen Strafraum der Gästeverteidigerin den Ball ab und wurde von dieser gefoult – Alea wäre allein vor Gäste-Keeperin Julia Jäger gewesen. Schiedsrichter Andreas Herrler pfiff zwar das Foul, sah die Verteidigerin aber nicht als letzten „Mann“ („letzte Frau“ klingt etwas seltsam ;-) ), was ja eine rote Karte nach sich gezogen hätte (35.). Den Freistoß von Luisa parierte dann Jäger sicher. Fast im Gegenzug das 1:4 – wieder ein Geschenk der SG. Kölbl fing einen zu kurzen Rückpass ab, Nele kam zwar noch an den Ball, nach dem Pressschlag hatte Kölbl aber das leere Tor vor sich (38.). Nele verhinderte dann kurz vor der Halbzeit nochmal Schlimmeres, als sie nach einem Sololauf von Paula Süß im Strafraum schnell am Boden war und Süß den Ball von den Füßen pflückte (41.).
Nach dem Seitenwechsel stellte Sven etwas um, unter anderem kümmerte sich jetzt Sabrina um Kölbl – und plötzlich war es ein anderes Spiel. Und trotz des 1:4-Rückstandes keimte tatsächlich wieder Hoffnung auf für die SG. Nach einem Konter über links flankte Fiona nach innen, wo Alea zur Stelle war und auf 2:4 verkürzte (57.). Wenig später dann die zweite umstrittene Szene. Lina war halbrechts im Strafraum durch und wurde nach Ansicht der SG ganz klar gefoult, Schiedsrichter Herrlers Pfiff blieb aber aus (60.). Ein 3:4 zu diesem Zeitpunkt, als die SG klar spielbestimmend war (Nele hatte in dieser Phase nichts zu tun) – wer weiß? Doch dann entwischte Kölbl einmal Sabrina, nach Solo über rechts legte sie nach innen, wo Süß ins leere Tor einschieben konnte – 2:5 (64.). Die SG gab sich aber immer noch nicht geschlagen. Nach einer Kombination aus der eigenen Abwehr spazierte Caro durchs Mittelfeld und passte im Strafraum quer zu Leoni. Die eine Minute zuvor eingewechselte B-Juniorin blieb cool und traf zum 3:5 (69.) – das nennt man wohl Einstand nach Maß! Dann musste Nele doch noch mal ran, allein gegen Annemarie Fürst klärte sie erfolgreich (71.). Doch dann wechselte Gästetrainerin Ines Hartmann – genau, die Ines, die jahrelang beim TSV gespielt hatte – und stellte etwas um. Kölbl wich nun auf links aus - und ehe die SG die Gefahr erkannt hatte, war es zu spät. Eine Minute nach der Umstellung war Kölbl allein durch – 3:6 (78.). Und jetzt gab sich die SG dann doch geschlagen. Kölbl mit ihrem fünften Treffer (83.) und Fürst, die ebenfalls allein auf SG-Keeperin Nele zulaufen durfte (85.), schraubten das Ergebnis auf ein viel zu hohes 3:8.
Wenn man im Rückspiel Ende Mai ein Mittel findet, um die überragende Kölbl auszuschalten …
SG HIP/TSV II/Eysölden: Nele Waldmüller, Tina Thies, Katharina Medl, Annalena Gerstner, Susanne Mederer, Sabrina Harlas, Luisa Hofbeck, Carolin Sturm, Lina Wittmann, Alea Feuerstein, Felicia Neumann (Anne Pappenheimer, Fiona Rupp, Leonie Betz).
Tore: 0:1 Sara Kölbl (8.), 1:1 Caro Sturm (15.), 1:2 Sara Kölbl (19.), 1:3 Cora Treike (32.), 1:4 Sara Kölbl (38.), 2:4 Alea Feuerstein (57.), 2:5 Paula Süß (64.), 3:5 Leonie Betz (69.), 3:6, 3:7 Sara Kölbl (78., 83.), 3:8 Annemarie Fürst (85.).



